Januar 10, 2020 Herzberger-Fofana

Die Grünen: Vom Protest zur Volkspartei

Eine eigenständige Idee in die Politik gebracht.

Früher ein bunter Haufen, heute in der Mitte der Gesellschaft. Vor 40 Jahren wurden die Grünen gegründet. Alles in allem ist das eine Erfolgsgeschichte.

Das war schon ein sehr bunter Haufen, der da am 12. und 13. Januar 1980 in Karlsruhe zusammen fand: Veteranen der Studentenbewegung von 1968 waren dabei, Umweltschützer, Friedenskämpfer, Konservative, Tierschützer, Feministinnen, Kommunisten. Viele Männer trugen lange Bärte und Latzhosen in allen möglichen Farben, die Frauen Strickpullover, meist selbst hergestellt. Und am Ende war eine neue Partei da, die das Land verändern sollte. Die Grünen waren gegründet.

Bis dahin: Ein geschlossenes Parteien-System

Für die etablierten Parteien in Deutschland war das etwas, was sie nicht kannten. Seit Kriegsende hatten CDU, CSU, SPD und FDP die Politik der damaligen Bundesrepublik nahezu im Alleingang bestimmt. Aber schon 1983 glückte den Grünen der Sprung in den Bundestag, wo sie anfänglich wie Sonderlinge und unerzogene Kinder empfangen wurden.

Eine Generation, die noch von den Studentenunruhen der späten Sechzigerjahre geprägt war, übernahm bei den Grünen bald schon entscheidende Funktionen. Otto Schily, der linke Anwalt, prägte die erste Bundestagsfraktion. Joschka Fischer, der in gewaltbereiten Autonomen-Zirkeln in Frankfurt agiert hatte, wurde 1985 in Hessen erster grüner Umweltminister.

Kellner: „Habe hohen Respekt vor den 68ern“

Das alles ist lange her, dennoch erinnern sich auch die heutigen Grünen an die Gründer der Partei. So sagt Bundesgeschäftsführer Michael Kellner der DW: „Ich habe hohen Respekt vor dieser Generation, sie hat das Land wahnsinnig verändert. Und sich auch. Jetzt ergrauen sie in Würde. Deswegen sehen wir ja auch Wahlerfolge für die Grünen bei Menschen über 60.“ Der Kampf gegen die Kernenergie, das Eintreten für Abrüstung in Ost und West, die Verteidigung von Bürgerrechten: Diese Themen standen im Zentrum der ersten grünen Jahre.

1998, fast 20 nach ihrer Gründung, schafften es die Grünen dann in die das Zentrum der Macht: Joschka Fischer wurde Bundesaußenminister, die Grünen regierten Deutschland sieben Jahre lang an der Seite der SPD. Die  Grünen erlebten in dieser Zeit die bis dahin größte Zäsur ihrer Geschichte: Fischer stimmte der Beteiligung deutscher Soldaten an NATO-Luftangriffen ohne UN Mandat gegen die damalige Bundesrepublik Jugoslawien zu, die aus Serbien, Kosovo und Montenegro bestand. Zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg standen damit deutsche Soldaten in einem Kampfeinsatz. Die bis dahin streng pazifistische Partei folgte ihm nur unter Qualen. Fischer wurde auf einem Parteitag mit einem Farbbeutel beworfen.

Vor 30 Jahren: Das „Bündnis 90“ findet sich zusammen

Kellner war damals frisch bei den Grünen und gegen Fischer. Nach dem Sieg des Außenministers auf dem Parteitag 1999 in Bielefeld überlegte er lange, ob er austreten sollte. Er blieb aber dabei. Das, wofür die Grünen im Kern standen, war wichtiger. Kellner zur DW: „Weil wir eine eigenständige Idee in die Politik gebracht haben, nämlich die Idee, dass es für die Menschen wichtig ist, wenn die Fragen des Umwelt-und Naturschutzes, des Klimaschutzes, mit ins Zentrum der Politik gebracht werden. Und das haben sozialdemokratische, konservative und liberale Parteien eben nicht aufgegriffen.“

Schon vorher, noch in Oppositions-Zeiten, gab es eine weitere einschneidende Zäsur: Die Grünen aus dem Westen bekamen einen Verwandten im Osten. Verschiedene Bürgerrechtsbewegungen, unter anderem das Neue Forum, schlossen sich zum Bündnis 90 zusammen. Aber erst sehr viel später, im Mai 1993, verschmolzen beide Gruppen zu einer Partei, die seitdem ihren offiziellen Titel trägt: „Bündnis 90/Die Grünen.“ Bis heute aber sind die Grünen im Osten nicht so richtig angekommen, ihre Wahlergebnisse dort liegen weit unter denen im Westen, vor allem in den großen Städten der alten Bundesrepublik.

Sie können gerne den vollständigen Artikel „Die Grünen: Vom Protest zur Volkspartei“ auf der Webseite der DW weiterlesen.

Quelle/Author: DW – Jens Thurau

Fotos: © PHF und Bündnis 90/Die Grünen

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