
Erlangen 2018. Black History Weeks. Meine Ausstellung: „Verborgene Heldinnen und Helden des transatlantischen Sklavenhandels“
Die Resolution der Vereinten Nationen. Ein symbolisches Datum: 25. März 2026 –
Am Mittwoch, dem 25. März 2026, hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen den transatlantischen Sklavenhandel mit Afrikanerinnen und Afrikanern als eines der schlimmsten und größten Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilt.
Die Resolution wurde auf Initiative des ghanaischen Präsidenten John Dramani Mahama eingebracht. Er äußerte die Hoffnung, dass die Nationen, die an diesem schändlichen Handel beteiligt waren, sich ihrer historischen Verantwortung stellen, sich entschuldigen und Reparationen leisten.
Die Vereinten Nationen verurteilten ausdrücklich die rassistische und unmenschliche Versklavung von Afrikanerinnen und Afrikanern. Die Resolution wurde mit 123 Stimmen angenommen, bei drei Gegenstimmen (USA, Israel und Argentinien) sowie 52 Enthaltungen, darunter das Vereinigte Königreich und mehrere Mitgliedstaaten der Europäischen Union wie Frankreich und Deutschland.
Über einen Zeitraum von mehr als vier Jahrhunderten wurden Millionen Afrikanerinnen und Afrikaner aus West- und Zentralafrika deportiert. Handelskompanien aus Frankreich, den Niederlanden, Dänemark, England und Deutschland – darunter auch die Brandenburgisch-Afrikanische Kompanie – bauten ihren Reichtum auf diesem Verbrechen auf. Sie beteiligten sich an diesem unmenschlichen System und verschleppten Menschen nach Amerika. Zynisch wurde dieser Handel als „Ebenholzhandel“ bezeichnet, eine sprachliche Entmenschlichung, die das Ausmaß der Grausamkeit verdeutlicht.

Meine Broschüre: „Schwarze Menschen im Kontext von Versklavung auf Europäischen Boden“ Reihe Bd.2: Schau’Hin!. Für Menschlichkeit in Erinnerung und Zukunft.
Millionen Menschen starben bereits während der Überfahrt .Ihre Körper wurden über Bord geworfen- Nahrung für Haien im Atlantik. Afrika wurde zu einem bevorzugten Jagdgebiet skrupelloser Menschenhändler.
Zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert wurden nach Schätzungen der Vereinten Nationen rund 15 Millionen Männer, Frauen und Kinder Opfer des transatlantischen Sklavenhandels. Die Nachfahren dieser Menschen, die Afroamerikaner*innen sind die einzigen Migrantinnen und Migranten in Amerika, die unfreiwillig dorthin verschleppt wurden.
Die Versklavten wurden zur Zwangsarbeit unter unmenschlichen Bedingungen auf Baumwoll-, Tabak- und Zuckerrohrplantagen gezwungen. Dabei ersetzten sie vielfach die indigene Bevölkerung Amerikas, die durch Ausbeutung, Gewalt und eingeschleppte Krankheiten stark dezimiert worden war.
Bemerkenswert ist, dass ausgerechnet jene Staaten, die historisch am Sklavenhandel beteiligt waren, sich bei der Abstimmung in der Generalversammlung enthalten haben.

Skulptur zum Gedenken an das Ende der Sklaverei auf der Insel Goree, Senegal
Position des Europäischen Parlaments
Im Juni 2020 verabschiedete das Europäische Parlament mit großer Mehrheit (493 Stimmen dafür, 104 dagegen und 67 Enthaltungen) eine Entschließung gegen Rassismus, die von fünf der sieben politischen Fraktionen unterstützt wurde.
Das Europäische Parlament forderte die Institutionen und Mitgliedstaaten der Europäischen Union auf, die Ungerechtigkeiten der Vergangenheit sowie die gegen Schwarze Menschen begangenen Verbrechen gegen die Menschlichkeit offiziell anzuerkennen.
Zudem erklärte das Parlament den Sklavenhandel als Verbrechen gegen die Menschlichkeit und sprach sich dafür aus, den 2. Dezember als Europäischen Tag zur Abschaffung des Sklavenhandels anzuerkennen. Darüber hinaus wurden die Mitgliedstaaten aufgefordert, die Geschichte Schwarzer Menschen stärker in ihre Bildungspläne zu integrieren.
Dennoch zeigt das Abstimmungsverhalten bei den Vereinten Nationen, dass sich zahlreiche EU-Mitgliedstaaten nicht an den Grundsätzen dieser Entschließung orientiert haben.
Historische Aufarbeitung und Erinnerungskultur
Bereits 2018 organisierte ich im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Black History Weeks-Erlangen “ eine Ausstellung mit dem Titel:
„Verborgene Heldinnen und Helden des transatlantischen Sklavenhandels“
Diese Ausstellung löste eine breite gesellschaftliche Debatte aus, da viele Menschen nicht wahrhaben wollten, dass auch Deutschland in den transatlantischen Sklavenhandel involviert war.
Zahlreiche aus Afrika verschleppte Kinder wurden an europäischen Fürstenhöfen als sogenannte „edle Pagen“ bezeichnet – ein Euphemismus, der ihre tatsächliche Situation verschleierte: Sie waren faktisch versklavt.

Ma brochure: La tragédie humaine de l’Ile de Gorée
Einige von ihnen konnten außergewöhnliche Lebenswege einschlagen, wie Amo Anton Wilhehm oder die vierzehnjährige Machbuba, die als „„Konkubine“ von Prinz Hermann von Pückler-Muskau bekannt wurde.
Doch ihre Geschichte dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie Teil eines Systems der Unfreiheit waren
Die Zeit der Symbolik ist vorbei.
Diese Resolution darf nicht das Ende sein, sondern muss der Anfang sein. Anerkennung ohne Konsequenzen ist bedeutungslos. Erinnerung ohne Gerechtigkeit ist unvollständig.
Die internationale Gemeinschaft steht nun vor einer historischen Entscheidung -Wird sie handeln, oder weiter zögern.
Im Internet:
„Verborgene Helden und Heldinnen des transatlantischen Sklavenhandels“ in Bayreuth 2017.www.wiesentbote.de/2017/07/20/ausstellung-verborgene-helden-und-heldinnen-des-transatlantischens-sklavenhandels-in-bayreuth/Ausstellung „
